Technik Eisstockschießen

Die richtige Technik beim Eisstockschießen

Eine Sportart die Technik, Kondition und Taktik in sich vereint: das Eisstockschießen. Hier erfährst du, wie du die optimale Auflage erreichst, um im Eisstockschießen erfolgreich zu sein. Wir zeigen dir, wie du mit der richtigen Balance zwischen Kraft und Gefühl, der Einheit zwischen Körper und Material, sowie mit etwas Trainingsfleiß, deine Technik beim Stockschießen immens stark verbessern kannst.


Die richtige Vorbereitung


Um den richtigen Schwung zu finden, gilt es zunächst einmal ein paar wesentliche Ausgangspunkte zu
erfüllen. Du brauchst einen ordentlichen Eisstock, die passende Kleidung und du solltest dich vor Beginn
ausreichend Aufwärmen, um deine Muskelpartien in den "Trainings- bzw. Wettkampfmodus" zu bringen. Denn neben dem Material entscheidet vor allem der richtige Bewegungsablauf über Erfolg oder Misserfolg.

Der Eisstock, bestehend aus dem Stingel, dem Stock und der Laufplatte, ist für die persönliche Handlage und dem Schussziel zu wählen. Der Stingel kann aus unterschiedlichstem Material bestehen. So wird zum Beispiel Edelstahl, Titan, Aramid oder auch bei älteren Modellen Holz verwendet.


Unterschiede gibt es beim Schwerpunkt des Stingels und beim Eigengewicht. Hier kommt es auch etwas auf dein Gefühl für das Material und deine grundsätzliche technische Veranlagung an. Wähle den für dich passenden Stingel aus, bei dem du das Gefühl hast mit ihm am besten zurecht zu kommen.


Die Platte wählst du beim Eisstockschießen anhand des Ziels das du verfolgst: Willst du zum Beispiel ein Maß auf die Daube machen, dann solltest du dich für eine langsame Platte entscheiden.
Möchtest du hingegen einen Stock deines Gegners treffen und diesen aus dem Spielfeld befördern, dann ist eine schnelle Platte vorzuziehen. Beim Eisstockschießen ist also auch das Material erfolgsentscheidend.


Wenn du dich für den passenden Stingel und die erforderliche Platte entschieden hast, der Eisstock
(insbesondere die Platte) entsprechend gereinigt und kontrolliert ist, geht es nun zum Abspielpunkt. Achte auf eine ausreichend stabile Standsicherheit und nutze nach Möglichkeit eine funktionstüchtige Standhilfe.


Die richtige Technik macht's


Greife den Stingel mit deinen Fingern und der Hand so, dass das Stielende mit der Handkante abschließt. Ein fester Griff ist dabei sehr wichtig, denn die meisten Schwungbewegungen im Eisstockschießen werden in einem Winkel zwischen 45° und 90° zum Unterarm durchgeführt. Wird das nicht von dir beherzigt, so läufst du Gefahr, dass deine Schwungbewegungen unrhythmisch oder zu langsam sind. Von der Stockaufnahme bis zur Versuchsabgabe bleibt dein Schussarm durchgestreckt. Geringfügige Bewegung erfährt nur dein Handgelenk. Im Eisstockschießen dient der zweite Arm nur der Balance. Mit ihm kann auch das Ausfallbein abgestützt werden, aber keinesfalls darf mit ihm etwas gehalten werden.


Mit beiden Füßen einen stabilen Stand


Zunächst ist es jedoch wichtig, dass du mit beiden Füßen einen festen und stabilen Stand findest. Denn ohne festen Boden kriegst du die richtige Technik beim Eisstockschießen nicht hin. 

Nun beginnt die Phase, bei der du dich total konzentrieren solltest. Du hast das vorgegebene Ziel vor Augen und lässt dich durch nichts ablenken. Du gehst in die Grundstellung über, die im Eisstockschießen für alle Versuchsabgabearten gleich ist: Das Standbein steht im Winkel von 45° zum Ausfallbein, wobei das Ausfallbein exakt in die Richtung des anvisierten Ziels zeigt (Abbildung 1). Dabei beträgt der Abstand zwischen dem Stand- und Ausfallbein nicht mehr als 10 cm. Das Standbein bleibt beim Eisstockschießen durchgestreckt, das Ausfallbein hingegen wird im Kniebereich leicht gebeugt. Womit das gesamte Körpergewicht zu diesem Zeitpunkt auf dem Standbein lastet. Das Becken zeigt in Richtung des Standbeins und steht im Winkel von 90° zu diesem. Den Rumpf drehst du mit der Hüfte leicht nach außen, den Oberkörper beugst du leicht nach vorne.

Stand Eisstockschießen

Abb. 1 - Standbein - Ausfallbein


Was das Vorbeugen des Oberkörpers betrifft, gibt es beim Eisstockschießen folgende Faustregel: Dein Gesicht überragt in einer gedachten Senkrechten die Spitze des Ausfallbeines (Abbildung 2). Wenn du den Eisstock nun durchschwingst, darf dieser weder den Boden noch deine Kleidung berühren. Du bist nun mit deinem Schulterbereich in einer leichten Vor- und Rückwärtsbewegung, wobei du deine linke Schulter leicht vorziehst.

Stockschießen - Vorbeugen des Oberkörpers

Abb. 2 - Vorbeugen des Oberkörpers

Versuche jetzt deinen ganzen Körper in Zielrichtung einzupeilen. Mit dem rechten Auge siehst du deine Schusshand mit dem Stingel und das Ziel wie Kimme und Korn beim Gewehr. Ablenkende Blicke zur Seite oder das Betrachten der Stockauflage sind zu vermeiden und sind als Anfängerfehler verpönt! Richte also deinen Blick stets auf das Ziel und nutze den Stingel zum korrekten Anpeilen.


Mit Schwung zum Ziel


Der Stockarm bleibt durchgestreckt und das Handgelenk starr. Der Eisstock wird nun im Schwung zur Zielrichtung geführt und dabei das Ziel mit dem Auge ins Visier genommen. Mit geradlinigem Schwingen wird nun die Schwungphase eingeleitet. Achte darauf, dass du keine verkrampften oder hastigen Bewegungen machst. In Aktion sind nunmehr nur dein Oberkörper, die Schultern und dein Handgelenk, der Rest des Körpers bleibt unverändert in der Grundstellung. Die Schwungphase oder auch Konzentrationsphase dauert individuell lange und ist beim Eisstockschießen stark abhängig von der Spielerpersönlichkeit und der zu lösenden Aufgabe. Die Schwunglänge soll dabei zwischen 60 cm und 1 m liegen.

Nun führst du den Eisstock weitläufiger, um die Anfangskraft zu erhöhen. Der Stock durchläuft dabei eine kreisförmige Bahn. Die Entscheidung die letzte Beschleunigung, also den letzten Schwung, einzuleiten ist nun gekommen. Jetzt liegt es an Dir das richtige Timing und vor allem den richtigen Druckpunkt zu erwischen (Abbildung 3). Den letzten Schwung setzt du etwas kräftiger und stärker an.

Technik Eisstockschießen

Abb. 3 - Druckpunkt finden


Du bist sicher, dass du den geforderten Versuch nun optimal durchführen kannst. Du hast jetzt die Überzeugung dein Ziel wunschgemäß zu treffen.


An deinem Ausfallbein nimmst du nun die abgestützte Hand von dessen Oberschenkel und verwendest sie zur Balance des stärkeren Schwunges. Dein Körpergewicht verlagerst du teilweise auf das Ausfallbein.


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Den Druckpunkt finden


Nun kommt die im Eisstockschießen so entscheidende Phase: Der Eisstock wird gleichmäßig vorwärts
geschwungen und stark beschleunigt. Mit dem linken Fuß machst du in Zielrichtung einen großen Ausfallschritt, wodurch sich dein Oberkörper aufrecht nach vorne bewegt. Jetzt liegt die ganze Körperlast auf deinem linken Fuß. Dabei bleibt dein Arm gestreckt. Nun schwingst du schneller und kraftvoller zurück, wobei sich dein Ausfallbein leicht vom Boden abheben kann und das Knie im Standbein leicht gebeugt wird. Mit dem Rückschwung nach hinten wird dein Oberkörper nun nach unten gedrückt, womit das gesamte Körpergewicht jetzt auf dem Standbein lastet. Beim höchsten Punkt des Rückschwungs beginnst du mit der Vorwärtsbewegung die Ausführung des Versuches. Das Standbein wird nun explosionsartig durchgestreckt und der Körper nach vorne geschnellt. Mit einem Ausfallschritt übernimmt das linke Bein nun wieder die gesamte Körperbelastung. Dabei ist der Ausfallschritt umso weiter gesetzt, je kräftiger der Versuch durchgeführt werden soll. 


Mit der optimalen Auflage zum Erfolg 


Sobald der Stock beim Eisstockschießen das Eis berührt, kannst du nichts mehr korrigieren. Jetzt
zählt Technik und Präzision. Neben den vorderen linken Fuß bringst du nun den Eisstock in Eisnähe. Hast du alle beschriebenen Bewegungen exakt so ausgeführt, so wird der Stock nun 5 - 10 cm neben dem Ausfallbein geschmeidig und weich auf dem Eis aufgesetzt. Du beobachtest nun den Eisstock auf seinem Weg zum Ziel. 


Um die Zielgenauigkeit und Finesse in deinen Versuchen beim Eisstockschießen zu verbessern, ist es
notwendig, dass du immer und immer wieder diese Bewegungsabläufe bis zur Perfektion übst. (Als Unterstützung dazu haben wir
>>Hier<< ein Trainingsprogramm mit Leistungscheck erstellt). Der Erfolg beim Eisstockschießen hängt letztlich von der Übungshäufigkeit dieser Vorgaben ab. Wenn du diese Bewegungsabläufe verinnerlicht und das Gefühl für dein Material entwickelt hast, dann sind die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen, um im Eisstockschießen erfolgreich zu sein. Wir wünschen nun viel Spaß und Erfolg!

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