Regeln beim Eisstockschießen

Eisstockschiessen – Die Regeln beim Eisstockschießen

Das Eisstockschießen - oder auch kurz Stockschießen genannt - ist eine Sportart, die schon seit langer Zeit Tradition hat. Sie wird vor allem im Alpenraum gepflegt. Aus einst vielen verschiedenen Spielvariationen ist mittlerweile ein ausführliches Regelwerk entstanden, das international seine Gültigkeit hat. In diesem Artikel gehe ich näher auf die Regeln beim Eisstockschießen ein. 


Das Wichtigste im Überblick


Während das Eisstockschießen früher ausschließlich auf dem Eis stattgefunden hat, möchten viele Sportler auch in der warmen Jahreszeit nicht auf ihren geliebten Stocksport verzichten und spielen auf künstlich angelegten Bahnen aus Asphalt, Beton oder Betonpflastersteinen. Dennoch: Die wichtigsten Wettbewerbe werden weiterhin dem Namen entsprechend auf dem Eis ausgetragen. Doch auch dort finden unterschiedliche Spielmöglichkeiten Anwendung. Man muss demnach zwischen mehreren Disziplinen unterscheiden. Die drei am häufigsten ausgetragenen sind der Mannschaftswettbewerb, der Zielwettbewerb und der Weitenwettbewerb.

Die grundsätzlichen Regeln beim Eisstockschießen sind recht einfach zu erklären. Im Grunde ist es wie beim Billiard. Jeder kann es irgendwie spielen und versteht es, die wenigsten beherrschen die Sportart jedoch richtig. Das liegt unter anderem daran, dass es sich beim Stockschießen um eine Präzisionssportart handelt, die vor allem Genauigkeit, Konzentrationsfähigkeit und ein Verständnis für die richtige Technik erfordert. Des Weiteren werden für das Stockschießen ein Eisstock, eine Daube (das Zielobjekt) und eine markierte, für das Spiel geeignete Stockbahn benötigt. Bei der Kleidung gibt es keine Vorschriften für die Sportler.


Eisstockschießen, Spielfeld und andere Regeln


Der Eisstock wurde früher aus Holz gefertigt und mit einem Eisenreifen versehen. Dieser Eisenring hatte die Aufgabe den weicheren Holzteil vor gröberen Beschädigungen zu schützen. Und tatsächlich gibt es in manchen Dörfern den ein oder anderen Schützen, der in seiner Freizeit einen solchen Eisstock verwendet.

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Für den Wettbewerb werden hingegen genormte Eisstöcke herangezogen, die aus drei Teilen bestehen. Einem Stiel, einem Stockkörper und einer Laufplatte bzw. Laufsohle. Im Winter besteht die Laufsohle übrigens aus Gummi, im Sommer hingegen aus Kunststoff. Allerdings ist nicht jede Laufsohle gleich, mithilfe von farblichen Kennzeichnungen ist zu sehen, welchen Härtegrad - und die damit verbundene Gleiteigenschaft - die Laufsohle aufweist. Auch das Gewicht des Eisstocks kann variieren, der Stockkörper liegt aber zwischen 2,73 und 3,83 Kilogramm.


Auf dem Spielfeld, der sogenannten Stockbahn, befinden sich Markierungen für das Mittel- bzw. Daubenkreuz, die Abspielzone und die Endzone. Die Daube wird zum Beginn des Spiels auf dem Mittelkreuz platziert, die Abspielzone befindet sich 15 bis 20 Meter von der Daube entfernt. Handelt es sich bei dem Spiel um ein Wettbewerbsspiel, beträgt der Abstand genau 24,5 Meter. In der Endzone sind vier konzentrischen Zielringe mit einem Kreuz in der Mitte markiert. Sollte ein Eisstock außerhalb dieser Markierung stehen kommen, ist der Schuss zum Ärger des Schützen nicht mehr gültig. Aber so sind die Regeln beim Eisstockschießen. 


Der Einzelbewerb


Handelt es sich um ein Wettbewerbsspiel, dann dauert dieses in der Regel etwa 30 Minuten. Dabei werden normalerweise vier Spieldurchgänge gespielt: die sogenannten Kehren. Innerhalb einer Kehre schießt jede der beiden Mannschaften viermal, ehe die Kehre als beendet gilt. Der Stock wird von dem Spieler an der Grundlinie mit einem Trittstand geschossen, die Linie darf dabei keinesfalls übertreten werden - ansonsten ist der Schuss ungültig. Sollte der geschossene Eisstock über die markierte Endzone hinausgehen, ist der Eisstock aus dem Spiel. Erlaubt ist es hingegen, die bereits liegenden Eisstöcke und die Daube mit dem eigenen Eisstock zu bewegen. Als Gewinner einer Kehre wird derjenige angesehen, dessen Eisstock am nächsten an der Daube liegt. Gesamtgewinner ist letztendlich derjenige, dessen Eisstock bei allen Kehren am nächsten an der Daube zu liegen gekommen ist.

Der Mannschaftsbewerb 


Der Mannschaftswettbewerb beim Stockschießen wird über insgesamt sechs Kehren ausgetragen. Dabei treten zwei Mannschaften gegeneinander an, die jeweils aus vier oder fünf Spielern bestehen. Jeder Spieler eines jeden Teams hat pro Kehre einen Schuss, mit jeder Kehre wechselt dann das Anspiel. Auch beim Mannschaftswettbewerb versucht jeder einzelne Spieler seinen Eisstock so nahe wie möglich an der Daube zu platzieren, natürlich kann aber auch etwas taktisch vorgegangen und die bereits gespielten Eisstöcke des gegnerischen Teams weggestoßen werden. Für die Wertung gilt die endgültige Lage des Eisstocks am Ende der Kehre. Die Mannschaft, deren Eisstöcke sich am nächsten an der Daube bei Ende der Kehre befinden, erhalten die Stockpunkte für diese Spielrunde.


Der Stock, der am Ende der Kehre am nächsten an der Daube liegt, erhält drei Stockpunkte. Die anderen Eisstöcke derselben Mannschaft erhalten ebenfalls zwei Punkte, vorausgesetzt, sie sind näher an der Daube als der beste Eisstock der gegnerischen Mannschaft. Für Stöcke außerhalb der Markierung gibt es außerdem Punktabzüge. Die Mannschaft, die eine Kehre für sich entscheiden konnte, erhält zwei Spielpunkte. Sollte es zu einem Unentschieden gekommen sein, erhalten beide Mannschaften einen Spielpunkt. Nachdem alle Kehren gespielt worden sind, gewinnt die Mannschaft, die insgesamt die meisten Spielpunkte erzielen konnte. Sollte es tatsächlich zu einem Unentschieden nach allen gespielten Kehren kommen, wird das Gewinnerteam aufgrund des Quotienten aus allen eigenen und gegnerischen Stockpunkten ermittelt. Die genauen Regeln beim Eisstockschießen kannst du auch auf der Seite der International Federation Icestocksport nachlesen. 


Der Zielbewerb


Wird beim Stockschießen ein Wettbewerb als Zielwettbewerb ausgetragen, werden weitere Markierungen auf dem Spielfeld hinzugefügt. Links und rechts hinter dem Mittelkreuz befinden sich zwei weitere Zielzonen, sowie sechs auf dem Feld verteilte Markierungen für die Zielstöcke. Beim Zielwettbewerb werden in der Regel vier Durchgängen gespielt, wobei jeder Spieler sechs Versuche hat - daraus ergibt sich eine maximale Punktzahl von 60. Da der Zielwettbewerb beim Stockschießen sowohl als Einzelwettbewerb als auch Mannschaftswettbewerb gespielt werden kann, weicht die Punktevergabe etwas ab. Während bei Einzelspielen der Spieler alle Durchgänge spielt und entsprechend gewertet wird, ist bei einem Mannschaftswettbewerb in jedem Durchgang ein anderes Teammitglied an der Reihe und die gesammelten Punkte werden am Ende addiert.


Welches Ziel angepeilt werden muss, ist in jeden Durchgang unterschiedlich. Während im ersten Durchgang noch wie beim Stockschießen das Mittelkreuz das Ziel ist, wird im zweiten Durchgang ein Ziel anvisiert, dass sich in bestimmten markierten Kreisen auf dem Feld befindet. Im dritten Durchgang sind das linke und rechte hintere Ziel zu treffen, im vierten Durchgang dann ein Zielstock in den jeweiligen sechs Markierungen. Je nach Erfolg gibt es pro Durchgang zwei, vier, sechs, acht oder zehn Punkte zu verdienen - mit Ausnahme des zweiten Durchgangs, bei dem es pro Versuch null, zwei, fünf oder zehn Punkte gibt.


Der Weitenbewerb und andere besondere Varianten beim Eisstockschießen 


Der Weitenwettbewerb unterscheidet sich etwas von den gängigen Disziplinen, die beim Stockschießen bekannt sind. Bei dieser Variante kommt es ausnahmsweise nicht primär auf die Präzision an, sondern vielmehr auf Geschwindigkeit und Kraft. Der Spieler, der an der Reihe ist, befindet sich für seinen Schuss in der Mitte des Halbkreises auf einer Standvorrichtung und muss möglichst weit in einer trichterförmigen Bahn schießen. Dabei darf jeder Spieler den Eisstockstiel selbst wählen, der Stockkörper und die Laufsohle müssen hingegen bei jedem Spieler gleich sein. In der Regel hat jeder Spieler fünf Versuche, wobei nur der beste Versuch in die Wertung eingeht.


Beim Stockschießen sind noch zahlreiche weitere Varianten möglich, die sich von Region zu Region unterscheiden können. In Kärnten ist beispielsweise das Spiel mit dem sogenannten Kärntner Stock sehr beliebt. Im Grunde gelten dabei die gängigen Regeln, jedoch ist der Stock mit über fünf Kilogramm sehr schwer - trotz eines geringen Durchmessers von etwa zwanzig Zentimetern. Anstelle einer Laufsohle befindet sich hier zudem eine Holzplatte mit Gumminoppen. Auch in der Steiermark gibt es eine beliebte Variante: das steirische Wildschießen. Wie der Name es schon vermuten lässt, spielen hier Regel gar keine so große Rolle. Bei dieser Variante ist es egal, wo die Daube sich befindet - Hauptsache ist, der Eisstock landet so nahe wie möglich. Nicht selten finden sich gleich 20 Spieler zu einer Runde zusammen.

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